Winston Churchill: Warlord and Peacemaker

by Werner Vogt

NZZ’s famous wartime editor-in-chief, Willy Bretscher, pronounced the simple truth in a simple sentence: “In 1940 Winston Churchill saved Europe.” And he did it with ultimate bravery, astounding energy and an insurmountable belief in the British people and in his capacity to lead them in what was to become “their finest hour”. He knew perfectly well, that the war could never be won without the Armed Forces of the United States and he was convinced that he was capable of convincing Washington to come to the aid of Europe in its fight against the Nazi tyranny. But before that the United Kingdom and its Commonwealth allies from Australia, New Zealand, South Africa and Canada was on her own.

In 1940 one catastrophe hunted the next. After the fall of Norway and Denmark Hitler attacked France by marching through neutral Belgium and Holland and witnessed by a free world under shell shock, France’s armies were flattened by the Wehrmacht in six weeks. It took courage to fight on at this particular moment. Churchill had it and troops and weapons in the UK being scarce the Prime Minister mobilised the English language in speeches, which are unforgotten to this day:

In the middle of a crisis unseen in this dimension in British history Churchill was able to give the common people – soldiers and civilians alike – the courage to fight on, against all odds. It is often forgotten that Germany’s defeat in the Battle of Britain was of utmost strategic importance since the British Isles were ready like a giant aircraft carrier for the 3 million soldiers, airmen and sailors who were deployed in Normandy as of 6 June 1944 and further in the East.

From 1940 on Winston Churchill was a Warlord in the best sense of the word, a soldier at heart whose leadership was one by example. Having seen action in Cuba, Afghanistan, The Sudan, South Africa as a young man, the horror of World War I in Flanders, Churchill was of course fascinated by everything which was military and he was obviously in his element visiting air fields and destroyers to talk the men who actually waged the war.

But Winston Churchill was in the same right a man of peace. As Leader of the Opposition (1945-1951) and even more so when he was Prime Minister the second time (1951-1955) Churchill was horrified by the prospect of a nuclear war, so that questions of international security topped his agenda in the Cold War.

In this sense Churchill’s speech in Zurich on 19 September 1946 was visionary: A reconciliation between the former enemies France and Germany as the nucleus of “some sort of United States of Europa” was visionary thinking just a year after the end of World War II. Today in 2016, we take peace for granted in Western Europe. Remembering the civil war which erupted after the collapse of Yugoslavia in the early 1990ies, looking at what happened in the Crimean and in Eastern Europe it is clear that living in peace should never be taken for granted.

From this point of view, we should commemorate and honour Winston Churchill for his supreme leadership in World War II as well as for all his efforts to establish a sustainable security architecture in Europe.

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«Das erste Gebot in einer Krise: Akzeptiere die Wahrheit»

© Schweiz am Sonntag / MLZ; 11.09.2016; Seite 16

Peter Kurer, der ehemalige UBS-Präsident, hat wieder eine Spitzenposition in der Schweizer Wirtschaft. Im Interview spricht der Jurist über Europa, den Telekommarkt und Lehren aus der Krise.

Von Patrik Müller (Text) 

Er erlebte die vielleicht dramatischsten Tage der Schweizer Wirtschaftsgeschichte in oberster Position: Peter Kurer übernahm das Verwaltungsratspräsidium der UBS auf dem Höhepunkt der Finanzkrise, als Nachfolger von Marcel Ospel. 2009 gab Kurer, der langjährige Chefjurist, das Amt wieder ab. Der Kollaps der Bank war abgewendet, um Kurer wurde es ruhig. Doch anders als die anderen Spitzenmanager aus der Krisen-Zeit hat er seit kurzem wieder ein Spitzenmandat: Er ist Verwaltungspräsident von Sunrise. Daneben sitzt er in den Verwaltungsräten eines Buchverlags und eines Software-Unternehmens, und er ist Partner bei einer Private-Equity-Firma. Als wir Kurer im Zürcher Seefeld zum Interview treffen, sieht er entspannt aus – und wirkt jünger als zu UBS-Zeiten, wo sein Gesicht fast täglich in den Medien zu sehen war.

Herr Kurer, Sie sind 67 und könnten es sich gemütlich machen. Statt dessen haben Sie wieder mehrere wichtige Mandate, haben ein Buch geschrieben und publizieren Kolumnen. Warum?

Peter Kurer: Man muss im Alter schauen, dass man geistig und körperlich herausgefordert bleibt. Ich arbeite heute aber nicht mehr 100 Prozent, mein Portefeuille umfasst vielleicht 60 oder 70 Prozent. Ich habe genug Zeit für meine Familie und meine Freunde.

Nun arbeiten Sie sich in eine ganz neue Branche ein: in den Telekommarkt.
Ich hatte das Glück, immer das zu machen, was gerade hochinteressant war: In den 90er-Jahren arbeitete ich im Bereich M & A (Fusionen und Übernahmen; die Red.), als dort die Post abging. In den 2000er-Jahren war ich in der Finanzbranche und jetzt in der digitalen Welt.

Gehören Sie nächste Woche zu den ersten Nutzern des neuen iPhone?
Mit meinem Sunrise-Mandat habe ich mehrere Geräte, ich möchte sie alle ausprobieren.

Kommende Woche treten Sie an einem Anlass zum 70. Jahrestag der Churchill-Rede in Zürich auf. Europa scheint Sie umzu treiben, wie auch Ihre Kolumnen zeigen.
Dieses Thema hat mich schon in jungen Jahren interessiert. Ich war einmal Präsident der schweizerischen liberalen Studentenschaft, und seither habe ich die Entwicklung Europas und der EU immer eng verfolgt.

Wie lautet Ihre aktuelle Diagnose?
Wir müssen zwischen dem Kontinent Europa und der EU unterscheiden. Die EU ist nicht erst seit dem Brexit in einer sehr schwierigen Situation. Ich gehe davon aus, dass sich die EU in den nächsten zehn, zwanzig Jahren stark verändern wird. Der Austritt Grossbritanniens ist weniger ein Problem für Grossbritannien selbst, aber er ist schlecht für die EU.

Rechnen Sie mit dem Austritt weiterer Länder?
Vereinzelt schon. Einen Massenexodus erwarte ich aber nicht. Vielmehr, dass die EU-Verfassung angepasst werden wird. Die EU in ihrer heutigen Form hat keine Chance, langfristig zu überleben. Sie wird sich in einem langsamen, schmerzvollen Prozess den Realitäten anpassen.

Geht es in Richtung einer Union, in der die Personenfreizügigkeit kein zwingender Bestandteil mehr sein wird?
Die Personenfreizügigkeit zu relativieren, würde viele Probleme lösen und die Akzeptanz der EU verbessern. Ich halte die Freizügigkeit für ein grundlegend falsches Konzept. Was oft vergessen wird: Leidtragende sind nicht primär die Einwanderungsländer wie die Schweiz und Grossbritannien. Sie profitieren ja auch davon. Nein, die Verlierer sind viele östliche und südliche Staaten.

Inwiefern?
Diese Staaten entleeren sich förmlich. Die besten Leute wandern aus – ein «brain drain», der die Entwicklung dieser Länder gefährdet. Seit der Ost-Erweiterung der EU sind 20 Millionen Menschen in den Westen gekommen. Ich war in Rumänien: Dort haben Spitäler Mühe, gut ausgebildetes Personal zu rekrutieren.

Warum wird der freie Personen verkehr in Brüssel nicht hinterfragt?
In der heutigen Form gibt es die Freizügigkeit erst seit dem Vertrag von Maastricht. Sie hängt mit der Euro-Einführung zusammen. Weil wirtschaftlich schwächere Länder ihre Währung nicht mehr abwerten konnten, glaubte man, die Mobilität der Arbeitskräfte erhöhen zu müssen: Arbeitslose Südländer sollten anderswo eine Stelle finden. Dieses Prinzip wurde, trotz seinen offensichtlichen Nachteilen, von der Bürokratie in Brüssel zur Ideologie erhoben.

Sie sind ein Vertreter der globalisierten Wirtschaft. Braucht es nicht ein starkes, einheitliches Europa, das den Blöcken USA und Asien die Stirn bieten kann?
Europa muss sich koordinieren, zweifellos. Aber es muss sich auf das Wesentliche konzentrieren. Das ist nicht einmal zwingend ein total harmonisierter Binnenmarkt – aber sicher eine perfekt funktionierende Freihandelszone. Weiter halte ich eine gemeinsame Sicherheitspolitik und eine gemeinsame Handels-Aussenpolitik für wesentlich.

Muss die Schweiz näher an die EU rücken, ihren wichtigsten Handelspartner?
Nein. Wir sollten uns eher wieder stärker von der EU distanzieren. Abwarten und Tee trinken, das ist zurzeit das beste Rezept. Schauen wir mal, wie sich die EU weiterentwickelt.

Abwarten? Wegen der Massen einwanderungsinitiative steht die Schweiz unter Handlungsdruck!
Nein. Diese Initiative sollten wir einseitig umsetzen, ohne auf das Einverständnis der EU angewiesen zu sein. Es ist machbar, die Zuwanderung durch eigene Massnahmen zu reduzieren – und die EU hat kein Interesse daran, die bilateralen Verträge zu kündigen.

Halten Sie die bilateralen Verträge gar nicht für so wichtig?
Wir sollten alles daransetzen, die bilateralen Verträge zu erhalten. Falsch wäre aber, sie weiter auszubauen. Das institutionelle Rahmenabkommen ist politisch tot. Mit dem Austritt Grossbritanniens wird uns die EU noch fremder: Die Engländer waren für uns immer ein natürlicher Allianzpartner, sie haben wie wir eine alte rechtsstaatliche Tradition und sie glauben wie wir an die Kraft der freien Märkte. Beides fehlt in Kontinentaleuropa. Ich plädiere aber auch dafür, uns nicht immer nur auf diese Europa-Frage zu fixieren …

Hat die Schweiz einen Europapa Komplex?
Die Sonntagszeitungen sind an jedem Wochenende voll von Geschichten über das Verhältnis Schweiz – EU. Das überlagert wichtige Dossiers der Innenpolitik. Ein zentrales Zukunftsthema ist beispielsweise: Wie können wir in der neuen, digitalen Welt unsere Idee der Vollbeschäftigung und des sozialen Friedens erhalten? Oder: Wie sichern wir die Altersvorsorge angesichts steigender Lebenserwartung und Nullzinsen? Oder auch: Wie stoppen wir die Regulierungswalze?

Die Wirtschaft klagt seit langem über die Regulierung. Aber wo konkret ist diese wirklich ein Problem?
Im Lauf meiner 30-jährigen Karriere als Jurist habe ich eine stetige Verreglementierung aller Lebens- und Geschäftsbereiche beobachtet. Das ist sehr konkret. Irgendwann haben wir die Zeiterfassung abgeschafft, aber heute sind wir wieder so weit, dass Inspektoren selbst in Anwaltsbüros kontrollieren, ob jemand zu viel arbeitet. Ein Sündenfall sind auch die flankierenden Massnahmen zur Personenfreizügigkeit. Ein grosser Ärger für KMU ist die Administrierung der Sozialversicherungen. Man hat vielerorts übermarcht – von den Lebensmittelvorschriften bis zur Bankenregulierung. Man will alles kontrollieren und jedes Risiko ausschliessen.

Die Handlungsmaxime ist heute: Keine Fehler machen, Risiken minimieren!
Das ist der tiefere Grund für die Re gulierung. Darum entwickelt sich der Wohlfahrtsstaat zunehmend in einen Risikovorsorge-Staat. Das kostet enorm …

… ist aber in einem hoch entwickelten Staat wohl unvermeidlich.
Es gibt den sogenannten «loss bias»: Die Menschen setzen, wenn es ihnen gut geht, mehr daran, etwas nicht zu verlieren, als etwas zu gewinnen, das sie nicht haben. Das verändert die Mentalität, wirkt am Ende innovations- und wachstumshemmend.

Würden Sie, wenn Sie noch einmal 20 wären, wieder Jus studieren?
Ich würde es mir zumindest lange überlegen. Anwalt war früher ein dogmatischer Beruf, in dem man die Dinge sehr grundsätzlich angeschaut hat. Inzwischen ist es ein technokratischer Beruf geworden, in dem man alles kleingesponnen und regulatorisch betrachtet. Als wir 1987 die Fusion von BBC und Asea zur ABB vorbereitet haben, leisteten wir Pionierarbeit. Heute läuft ein internationaler Zusammenschluss nach einem vielfach durchgespielten Schema ab, mit Musterverträgen und standardisiertem Vorgehen.

Wie beurteilen Sie die Regulierung des Schweizer Telekom-Marktes? Ist dieser seit der Liberalisierung 1998 genügend frei?
Makroökonomisch ist die Liberalisierung ein Erfolg. Wir telefonieren heute siebenmal billiger als 1998 und verfügen über die vielleicht besten Mobilfunknetze der Welt. Wir haben sehr viel Bandbreite und eine sehr hohe Internet-Nutzung – was für den Wirtschaftsstandort enorm wichtig ist. Ein Defizit besteht auf der betriebsspezifischen Ebene: Die Swisscom hat heute noch immer Marktanteile zwischen 60 und 80 Prozent, was zu einer Dominanz und zu Missbrauchsfällen führt. Das ist in einem liberalen Land nicht optimal und sollte korrigiert werden.

Was fordern Sie?
Mir steht es fern, zu jammern. Was nottut, sind gute Rahmenbedingungen und gleich lange Spiesse für alle. Die Revision des Fernmeldegesetzes steht bevor, sie bietet die Chance für eine Verbesserung der Wettbewerbssitua tion. Insbesondere sollte die Regulierung auf die letzte Meile der Glasfaser erstreckt werden – heute wird ja nur das Kupferkabel reguliert.

Sind gleich lange Spiesse überhaupt möglich, solange die Swisscom mehrheitlich im Bundesbesitz ist?
Aus freiheitlicher Sicht halte ich es für falsch, wenn der grösste Anbieter ein Staatsunternehmen ist. Zumal es die Gefahr von Missbrauchstatbeständen mit sich bringt. Sunrise beweist aber, dass wir dennoch bestehen können und im Mobilfunk auf einen Marktanteil von rund 25 Prozent kommen.

Würde eine privatisierte Swisscom nicht Gefahr laufen, von einem ausländischen Konzern übernommen zu werden?
Das ist kein überzeugendes Argument. Man warnt jeweils vor dem Beispiel Österreich, aber dort ging es um eine schlecht gemanagte Firma. Die Swisscom ist agil und gut geführt – ihre Marktkapitalisierung würde auch ohne Bundesmehrheit hoch bleiben. Vor einem Ausverkauf müsste man keine Angst haben.

Ihnen ist es im Gegensatz zu anderen UBS-Spitzenmanagern aus der Ära der Finanzkrise gelungen, wieder ein grosses Mandat in der Schweizer Wirtschaft zu übernehmen. Warum?
Ich habe in meiner langen Karriere viele Freundschaften aufgebaut, und ich hatte immer grosse Unterstützung meiner Familie. Darauf konnte ich bauen, als ich nach meinem Rücktritt bei der UBS zum Schluss kam, dass ich nicht in den Ruhestand treten, sondern systematisch ein neues Portefeuille aufbauen möchte.

Wurden Sie in der Öffentlichkeit – im Tram oder auf der Strasse – nie angefeindet?
Es gibt verschiedene Öffentlichkeiten. In der medialen Öffentlichkeit war die Kritik sicher am lautesten. Im direkten Kontakt war das anders. Viele Leute haben mir gesagt: Sie sind in der Krise hingestanden und haben versucht, sie zu bewältigen. Persönlich habe ich nie eine negative Reaktion erlebt, und ich wurde auch nach wie vor überallhin eingeladen.

Das ist bemerkenswert angesichts des Hasses, der sich bisweilen über die UBS-Manager ergoss.
Die veröffentlichte Wahrnehmung ist oft eine andere als die unmittelbare. Sicher hängt es auch damit zusammen, wie man sich selbst verhält. Ich bin immer auf die Leute zugegangen und habe versucht, meinen Standpunkt zu erklären.

Andere damalige Spitzenbanker, insbesondere Ihren Vorgänger im UBS-Präsidium Marcel Ospel, hat man nach der Krise in der Öffentlichkeit nicht mehr gesehen.
Ich möchte mich nicht zu einzelnen Namen äussern, aber generell ist Abtauchen und Weglaufen die falsche Strategie. Meine Überzeugung war immer: Ich habe in der jeweiligen Situation das Beste gegeben und nach ethischen Grundsätzen gehandelt. Manchmal war das erfolgreich, manchmal waren die Umstände so, dass es schwierig wurde. Wenn man diese Überzeugung hat und ausgeglichen ist, dann muss man sich nicht verstecken.

Was haben Sie in dieser extremen, existenziellen Krise als oberster UBS-Verantwortlicher gelernt?
Wenn man mit einer Krise konfrontiert ist – das lernte ich schon als M & A-Manager, wo Krisensituationen normal sind –, ist das erste Gebot immer: Akzeptiere die Wahrheit, blicke der Realität in die Augen. Am besten nimmt man dann ein weisses Blatt Papier – nur eines – und schreibt die allerwichtigsten Dinge auf, die zu tun sind. Marcel Rohner und ich haben dies damals gemacht. Wir notierten 14 Punkte und teilten die Aufgaben zu: Diesen Punkt erledigst du, jenen erledige ich. Es ist nicht an mir zu beurteilen, wie wir diese Krisensituation gemeistert haben. Ich erlaube mir nur einen Hinweis: Andere grosse Banken packen die Aufgaben, die wir damals notiert und gelöst haben, erst heute an.

Haben Sie sich nie verflucht dafür, dass Sie sich in einer Notsituation als Verwaltungsratspräsident zur Verfügung gestellt haben?
Nein, ich habe mich nie verflucht. Es entsprach meiner Überzeugung, hinzustehen, wenn man in einer schwierigen Situation angefragt wird. Das stand ausser Frage. Es hat Leute gegeben, die sich der Verantwortung elegant entzogen haben, aber das ist nicht meine Art.

Jurist und leidenschaftlicher Debattierer
Peter Kurer (67) studierte Rechts- und Staatswissenschaften an den Universitäten Zürich und Chicago. Als frischgebackener Anwalt trat er in die Kanzlei Baker & McKenzie in Zürich ein, wo er 1985 Partner wurde. Anfang der 90er-Jahre gründete er mit sieben Kollegen die Kanzlei Homburger in Zürich. 2001 wechselte Kurer zur UBS, wo er Chefjurist und Mitglied der Konzernleitung wurde. Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise war er 2008/2009 UBS-VR-Präsident. In dieser Zeit wendete die Bank den Kollaps ab – wozu sie Staatshilfe benötigte. Nach seinem Rücktritt hatte Kurer mehrere kleine Mandate inne, seit kurzem ist er VR-Präsident von Sunrise. Kurer ist verheiratet, Vater dreier Kinder und wohnt in der Region Zürich.

Kurer wird demnächst in Zürich auftreten. Zum 70. Jahrestag von Winston Churchills historischer Rede an der Universität Zürich («Let Europe Arise!») findet am Freitag, 23. September, im «Kaufleuten»-Klubsaal um 17.30 Uhr ein Podium zu «Churchills Vision und die europäische Gegenwart» statt. Teilnehmende sind nebst Kurer: Alfred Gusenbauer, Ex-Kanzler Österreichs, Theo Waigel, ehemaliger Finanzminister von Deutschland, Ständerat Filippo Lombardi und Prof. Sarah Springman, Rektorin ETH Zürich.

Weitere Informationen auf http://www.churchill-in-zurich.ch

Zum Zeitungsartikel

Was uns Churchill zu sagen hat

© NZZ am Sonntag; 11.09.2016; Ausgaben-Nr. 37; Seite 56

Ohne die Partnerschaft zwischen Deutschland und Frankreich und ohne Rückbesinnung auf christliche statt nationalistische Werte kann die Einigung Europas nicht gelingen. Das erkannte Winston Churchill schon vor genau 70 Jahren in seiner Zürcher Rede, schreibt Harold James.

Harold James

Die Rede, die Winston Churchill am 19. September 1946 in Zürich gehalten hat, ist noch immer von bemerkenswerter Aktualität – gerade in der heutigen Zeit, in der Europa abermals mit einer epochalen Krise konfrontiert ist. Wenn über Terrorismus und Flüchtlinge diskutiert wird, über einen Austritt aus der EU und die Personenfreizügigkeit, geht es um Themen wie Sicherheit und Identität, aber auch um Verfassungsfragen, finanzielle Dinge und um das grundsätzliche moralische Selbstverständnis von Gesellschaften.

An wen richtete sich Churchills Rede? In erster Linie natürlich an die Kontinentaleuropäer, die mit den Folgen eines zerstörerischen Krieges zu tun hatten. Churchill sprach aber auch über das Verhältnis seiner Landsleute zu Europa. Er erinnerte seine Schweizer Zuhörer daran (als ob sie es nicht schon wussten), dass Europa das Opfer «furchtbarer nationalistischer Streitigkeiten» geworden sei, und pries die Schweiz als einen Hort von Freiheit und Glück.

Für Europa sah er nur ein Heilmittel, das darin bestand, «die europäische Familie neu aufzubauen oder doch eine so grosse Zahl ihrer Mitglieder, wie es uns möglich ist, und ihr eine Struktur zu geben, in der sie in Frieden, Sicherheit und Freiheit leben kann». Dieses Gemeinwesen bezeichnete er als die Vereinigten Staaten von Europa. Für die Europäer – zumal jene, die, wie die Schweizer und die Briten, nicht der Europäischen Union angehören wollen – stellt sich bis heute die Frage, wie dieses europäische Haus aussehen soll.

Churchill wies darauf hin, dass Europa in einer Krise stecke und für eine Rettung des Kontinents nicht sehr viel Zeit bleibe. Frankreich und Deutschland sah er als die Hauptverursacher der europäischen Krise, aber auch als ihre Lösung. Die Schweiz galt ihm nicht zuletzt deswegen als Vorbild, weil sie die französische und deutsche Kultur in sich vereinigt. Siebzig Jahre später sind seine Anmerkungen zur europäischen Krise und zur Achse Paris -Berlin noch immer gültig und höchst aktuell.

Der von Churchill vorgeschlagene Weg zu einer Lösung des europäischen Malaise ist bemerkenswert und sollte von den heutigen Europäern beherzigt werden: «Der erste Schritt zu einer Neuordnung der europäischen Familie muss eine Partnerschaft zwischen Frankreich und Deutschland sein. Ohne ein geistig grosses Frankreich und ein geistig grosses Deutschland kann es kein neues Leben in Europa geben.»

Für die damalige Zeit war das sehr erstaunlich, und bis heute ist rätselhaft, wie Churchill, der fast als einziger britischer Politiker der nationalsozialistischen Gefahr entgegengetreten war (der konservative Premierminister Neville Chamberlain hatte eine Verständigung mit Deutschland gesucht, und grosse Teile der Labour Party waren gegen ein militärisches Vorgehen), wieder für ein «grosses Deutschland» plädieren konnte. Schon im August 1940 hatte er es als politische Priorität bezeichnet, den Deutschen und Österreichern «Lebensmittel, Freiheit und Frieden» zu geben, sobald die Nazis besiegt seien. Eine Neuauflage des demütigenden Versailler Vertrags sollte es dieses Mal nicht geben.

General de Gaulle, sein grosser Verbündeter (und Kontrahent), wusste genau, von welchen politischen und psychologischen Mechanismen Churchill sprach. Jede kontinentaleuropäische Nation hatte versagt, restlos versagt. Insbesondere die Eliten hatten versagt. Die deutschen Eliten hatten vor dem Faschismus kapituliert, die französischen Eliten hatten die Republik und ihre Widerstandskraft geschwächt. Der grosse französische Mediävist Marc Bloch sah in der politischen Lähmung und dem Versagen der Politiker die Grundursache der «seltsamen Niederlage» von 1940.

Dieses Phänomen ist auch heute in Europa zu beobachten, verschärft durch die Euro-Krise und politische Fehlentscheidungen vorher und nachher. Amerika in Zeiten von Trump erlebt ein ähnliches Phänomen. Amerikanische und europäische Mainstream-Politiker wenden sich ab von den klassischen Prinzipien Wirtschaftsliberalismus und parlamentarische Demokratie. Sie agieren populistisch und sind mit der gleichen Entfremdung zwischen Eliten und Bevölkerung konfrontiert, die das politische Leben im Europa der Zwischenkriegsjahre zerstörte.

General de Gaulle sah Europa als Schauplatz eines französisch-deutschen Psychodramas. Für ihn stellte sich das Verhältnis zwischen den beiden Ländern als Narrativ von Verrat und Niedergang dar. Auf dem Weg zu einer Erneuerung Europas müsse Frankreich den ersten Schritt machen, «denn es hat in Westeuropa am meisten gelitten. Frankreich hat am meisten gelitten, weil es stärker verraten wurde als die anderen. Deshalb ist es allein in der Lage, die Geste der Vergebung zu machen. Deutschland ist ein grosses Volk, das triumphiert hat und dann vernichtet wurde. Frankreich ist ein grosses Volk, das vernichtet wurde und sich dann [in Vichy] dem Triumph angeschlossen hat. Nur ich kann Frankreich und Deutschland miteinander versöhnen, weil nur ich dem darniederliegenden Deutschland wieder aufhelfen kann.»

Diese Vision hat auf den ersten Blick wenig mit Angela Merkel und François Hollande zu tun, aber die Erfahrung von 1940, von der de Gaulle sprach, die Geschichte von deutschem Triumph und französischer Selbstzerstörung, ist im heutigen Europa erneut zu beobachten. Die Wirtschaftspolitik der Deutschen scheint besser zu funktionieren, und Deutschland gilt als Modell in Sachen Unternehmensführung, Innovation, betrieblicher Mitbestimmung, Lehrlingsausbildung. Frankreich dagegen schwächelt, weil es keine mittelständischen Unternehmer hat. Allerdings ist der deutsche Weg in Teilen wenig flexibel. Bei der Suche nach Antworten auf ökonomische und finanzielle Krisen sehen französische (und anglo-amerikanische) Ökonomen heute viel mehr Spielraum für multiple Gleichgewichte, also für sinnvolle Interventionen von Regierungen oder Zentralbanken.

Churchills Bemerkungen über das deutsch-französische Verhältnis, 1946 formuliert, gelten genauso gut für das moderne Europa. Doch auch seinen Landsleuten von heute hat er etwas zu sagen. Vor dem EU-Referendum wurde oft darüber spekuliert, was Churchill wohl zu dem Thema gesagt hätte. Proeuropäer machten darauf aufmerksam, dass Margaret Thatcher als Churchillanerin und massgeblicher Motor der Einheitlichen Europäischen Akte zu den herausragenden Architekten der modernen EU gehörte. Brexit-Befürworter, insbesondere der heutige Aussenminister Boris Johnson, der eine Churchill-Biographie geschrieben hat, beriefen sich ebenfalls auf ihn und seine Prinzipien, um ihre ablehnende Haltung zu rechtfertigen. Grossbritannien, sagten sie, verfolge einfach andere Ziele. So erklärte Mervyn King, der ehemalige Gouverneur der Bank of England, es sei unsinnig, Mitglied in einem Tennisklub zu sein, wenn man einmal im Monat eine Partie Bridge spielen wolle. Politik hat aber nichts mit Bridgespielen zu tun, und es geht auch nicht vorrangig um die Frage, wie man sein soziales Leben gestalten will.

Churchill wusste, dass Souveränität flexibel gehandhabt werden muss – wie etwa im Juni 1940, als er nach dem deutschen Überfall auf Frankreich kurzzeitig eine politische Union zwischen Frankreich und England ins Gespräch brachte. Diesem Modell entsprach auch seine Vision der Vereinigten Staaten von Europa: Angesichts der Bedrohung durch den Kalten Krieg und mit Blick auf den wirtschaftlichen Wiederaufbau stellten sich dringende Fragen, die ein gemeinsames Vorgehen notwendig machten.

Churchills Ausspruch, der in der Brexit-Debatte besonders gern zitiert wurde und Boris Johnson inspirierte, stammt aus seiner Rede im Unterhaus vom 11. Mai 1953, in der er sagte: «Wo stehen wir? Wir sind nicht Mitglieder der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft, und wir wollen auch nicht in einem föderalen Europa aufgehen. Wir haben eine besondere Beziehung zu beiden. […] Wir sind mit ihnen, aber nicht Teil von ihnen.»

Auf heutige Verhältnisse übertragen, klingt das so, als würde er die Europäische Union ebenso ablehnen wie jene Little-England-Haltung, die einflussreiche Antieuropäer unter den Konservativen und in der britischen Regierung vertreten. Es klingt eher wie ein Vorschlag für ein neues Assoziationsabkommen (wie jene neue «kontinentale Partnerschaft», die prominente Europäer angeregt haben), das keine rein europäische Veranstaltung wäre, sondern Teil einer globalen Architektur.

Churchill sprach aber nicht bloss von politischer Architektur oder institutionellen Strukturen. Seine Vision gründete auf der Überzeugung, dass starke Prinzipien und Werte die einzig mögliche Grundlage sinnvollen politischen Handelns seien. Nur durch eine Bekräftigung dieser Werte könnten die innereuropäischen Konflikte und die Entfremdung zwischen Eliten und Volk überwunden werden.

Bemerkenswert an Churchills Zürcher Rede ist die Art und Weise, wie er vom Christentum spricht. Europa ist «die Wiege des christlichen Glaubens und der christlichen Ethik. Europa ist der Ursprung fast jeglicher Kultur, Kunst, Philosophie und Wissenschaft des Altertums und der Neuzeit.»

Die Vorstellung vom Christentum als dem Fundament europäischer Politik gehörte auch zur Vision von Konrad Adenauer, Alcide De Gasperi und Robert Schuman, den drei Staatsmännern aus Deutschland, Italien und Frankreich, die wenige Jahre später die Grundlage für ein gemeinsames europäisches Haus schufen. Dies wird von heutigen Politikern gern vergessen oder von EU-Kritikern (wie etwa Viktor Orbán und Wladimir Putin) als Argument verwendet, warum die EU abgeschafft und durch eine Struktur ersetzt werden müsse, die auf ähnlichen Prinzipien beruht, wie sie Konstantin Pobedonoszew, der Lehrer am Zarenhof, im 19. Jahrhundert formulierte: Orthodoxie, Autokratie und Nation.

Aber das ist der falsche Weg. Was christliche Werte den modernen Europäern zu bieten haben, lässt sich auf andere Weise viel überzeugender ausdrücken. Die christliche Lehre handelt von der Würde des Menschen und dem Bemühen, Christus in allen Menschen zu erkennen, auch in Nichtchristen. Johannes Paul II. trat nach der Revolution von 1989 für ein «geistiges Europa» ein. Er machte deutlich, wie die politischen und verfassungsmässigen Dimensionen einer neuen europäischen Ordnung aussehen sollten: «Ideologische Neutralität, Menschenwürde als Quelle des Rechts, Vorrang des Einzelnen gegenüber der Gesellschaft, Anerkennung demokratisch getroffener Rechtsnormen, Pluralismus in der Gesellschaftsordnung.»

Vor siebzig Jahren hielt Churchill seine Rede über die Vereinigten Staaten von Europa, und vor einem Jahr fiel Angela Merkels beharrlich wiederholter Ausspruch «Wir schaffen das». Im Interview mit der Fernsehjournalistin Anne Will, in dem es hauptsächlich um diese drei Worte ging, sprach Merkel auch über das C im Namen ihrer Partei, der CDU. Die Verteidigung der Menschenwürde, insbesondere im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise, ist entscheidend, wenn die Europäer zu einer gemeinsamen Lösung finden wollen, die ihnen das Gefühl gibt, dass die «furchtbaren nationalistischen Streitigkeiten» überwunden sind. Doch es ist nicht leicht, diese Vision in praktische Politik umzusetzen. Churchill wurde von den britischen Wählern mit einem klaren Votum in die Wüste geschickt (und auch die Zürcher Professoren lehnten seine Position ab und verhinderten die Verleihung der Ehrendoktorwürde. Angela Merkel ist es vergangene Woche bei den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern nicht anders ergangen.
Aus dem Englischen von Matthias Fienbork.

Harold James
Der Brite ist Professor für Geschichte an der amerikanischen Princeton University; an der Woodrow Wilson School of Public and International Affairs lehrt James internationale Politik. Harold James hat sich auf deutsche Geschichte und europäische Wirtschaftsgeschichte spezialisiert. Er gilt als einer der bedeutendsten Wirtschaftshistoriker unserer Zeit. (zzs.)

Podiumsdiskussion «Let Europe arise!»

Am 19. September 2016 hielt Winston Churchill – britischer Premierminister während des Zweiten Weltkriegs – an der Universität Zürich seine berühmte Europa-Rede. Darin rief er die Länder Europas dazu auf, die europäische Völkerfamilie neu zu gründen («Let Europe arise!»). Zum 70. Jahrestag dieses historischen Ereignisses findet am 23. September 2016 um 17 Uhr 30 im «Kaufleuten» in Zürich eine prominent besetzte Podiumsdiskussion zum Thema «Churchills Vision und die europäische Gegenwart» statt.

Informationen und Anmeldung unter: http://www.churchill-in-zurich.ch

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Review of Werner Vogts book in Finest Hour

The most recent issue of Finest Hour, the journal of Winston Churchill and his times, looks not at what people in the English-speaking world make of Churchill’s views on Europe but rather what people in Europe today make of Winston Churchill.

The issue can be downloaded here: http://www.winstonchurchill.org/publications/finest-hour/finest-hour-173

Werner Vogts book “Churchill und die Schweiz. Vom Monte Rosa zum Triumphzug durch Zürich”  is reviewed by Jochen Burgtorf. Professor of History and former chair of the History department at California State University, Fullerton. He is currently the President of the National History Honors Society.

Werner Vogt, Winston Churchill und die Schweiz: Vom Monte Rosa zum Triumphzug durch Zürich,Verlag Neue Zürcher Zeitung, 2015, 231 pages. ISBN 978–3038100867.

Review by Jochen Burgtorf

If Winston Churchill’s 1946 “Sinews of Peace” address, delivered in Fulton, Missouri, drew international attention to the disheartening notion after the Second World War of an “iron curtain” coming down on eastern Europe due to the policies of the Soviet Union, then his “Let Europe Arise” speech, given in Zurich, Switzerland, later that same year, suggested an appropriate antidote: the United States of Europe, based on a partnership between France and Germany.

Werner Vogt’s Winston Churchill und die Schweiz: Vom Monte Rosa zum Triumphzug durch Zürich (“Winston Churchill and Switzerland: From Monte Rosa to the Triumphal Procession through Zurich”) places Churchill’s Zurich speech into a broad context and promises to go beyond Max Sauter’s 1976 dissertation by including Churchill’s early connections to Switzerland and, above all, the “human factor” (13). The latter is accomplished on the basis of oral histories conducted by Vogt with eyewitnesses and their descendants, including the son of Churchill’s physician in Switzerland and the dining-car waiter who served Churchill on the Swiss “Red Arrow” train.

Vogt holds a doctoral degree (1996) from the University of Zurich for a dissertation on the image of Churchill between 1938 and 1946 in the Neue Zürcher Zeitung, Switzerland’s premier newspaper. His present volume is beautifully illustrated with more than 100 photographs. Intended for a wide audience, it does not employ any footnotes or endnotes. Following an introductory chapter that sketches Churchill’s life and career, Vogt turns to Churchill’s pre-1910 experiences in Switzerland, which include climbing Monte Rosa (at more than 15,000 feet, Europe’s second-highest mountain), almost drowning in Lake Geneva, and arguing with local shepherds in the canton of Valais over the—in Churchill’s opinion—undue early-morning noise made by cow bells.

Churchill’s interest in Switzerland after the First World War culminated in the somewhat regular publication of his opinion pieces on international politics in the Neue Zürcher Zeitung between 1936 and 1938. During the Second World War, Churchill acknowledged Switzerland’s attempts to remain neutral, while many Swiss, especially the editors-in-chief of several newspapers, saw Churchill as a beacon of hope against the threat of a German invasion. A short chapter is dedicated to Churchill’s painting instructor, the Swiss Charles Montag, whom he had met in 1915 and who was instrumental in bringing about Churchill’s 1946 visit to Switzerland. That visit is the subject of three full chapters.

The visit’s official program, we learn, was overloaded, perhaps to compensate for the inability of the University of Zurich’s faculty to find a consensus and bestow an honorary doctorate upon its prominent guest. The “Let Europe Arise” speech drew considerable international attention (as well as French criticism). However, it was the enthusiastic reception by the people of Zurich that made the visit an unprecedented event in Swiss history. According to Vogt, all of Zurich was “vollkommen aus dem Häuschen” (145), perhaps best—albeit somewhat atypically for the Swiss—translated as “completely gaga.”

The book concludes with chapters on Churchill’s friendship with Swiss artists and businessmen (especially paint manufacturer Willy Sax), and the memories of the “Swiss girls” employed at Chartwell.

Vogt emphasizes time and again that Churchill viewed Britain’s role with regard to post-war Europe as that of a godparent, not a parent, and that, to Churchill, Britain’s relationship with the Commonwealth came first, that with the US second, and the one with Europe third. He concludes that Switzerland’s position in modern Europe is quite “insular” and, thus, not dissimilar to that of Britain.

The book’s appendix contains the English text and German translation of Churchill’s Zurich speech (apparently as published by the Neue Zürcher Zeitung in 1946), accompanied by photographs of the respective first pages of the original typescript and the typescript in Psalm-style format, intended to facilitate Churchill’s oratory. It is curious that the speech’s final phrase “Let Europe arise!” is translated as “Lassen Sie Europe entstehen!” (210/214). While the German verb “entstehen” is not incorrect, it is in this context a rather weak rendition of the English “arise,” and Churchill might have preferred “auferstehen” or “sich erheben.”

Considering that both anti-EU and pro-EU politicians in Britain routinely claim Churchill as one of their own, translating his speeches with the intent to capture their essence remains a tall order. Since Winston Churchill und die Schweiz is published under the auspices of the Neue Zürcher Zeitung, the author’s obvious—and admittedly not unmerited—reverence for the paper’s longtime (1933–67) editor-in-chief Willy Bretscher comes as no surprise. Otherwise, Vogt’s book is not a hagiography: neither its Churchill nor its Switzerland is flawless, which is why, alongside the general readership, historians will appreciate this volume.

Can Europe’s complexity become Europe’s strength?

by Dr. Martin Pfiffner, Senior Partner Malik Institut St. Gallen

Europe is in torment. It is currently going through the greatest transformation phase in its history. Not many things will be the same by 2030 as they are today. The financial, economical, social, political, technical and environmental challenges and changes are enormous. And they are mirrored in the huge complexity of Europe’s sheer amount of countries, characterized by different cultures, languages, religions, legal systems, political systems, histories etc. and each facing their own overwhelming challenges for the next decades. Achievements of the past like the introduction of the European currency may well produce the perils of the future as they made the countries more dependent on each other than ever before – in a more unstable environment than ever before.

Solutions can be found. But only if we apply the right methods and models to produce them. Solutions for todays problems, cannot be found by applying the same methods that produced them in the past. And they will not be found by copying American flavoured management methods and models like it happened  in the past so often, which turn out to be reductionistic approaches that may or may not work in America but definitively not in Europes high complexity environment.

Europe’s must re-discover its own strength which lies precisely in this complexity and the well rooted ability to cope with it. As it turns a challenge into a strength, if one becomes able to cope with complexity, because higher abilities generally only arise from more complexity. “Keep it simple” has never and will never work for Europe. European leaders always had to deal with difference and variety.

Solutions will specifically be found through the application of Cybernetics – the science of making complex things work – not only in the area of technology as we have seen it in the past with enormous success, but also in the social domain of making societies and organizations work. Cybernetics is the generic science of control and communication that has laid the foundation for the information age. It can be applied to any arena where complex social organizations need to do a job and need to function better therefore, be it Europe in general, the European Union in specific, or any business or non-business organization.

In the past decades, society learned how to apply methods to amplify energy and physical strengths of man. In the next decade, societies will have to learn to amplify their intelligence. The Syntegration format, in which the European Future Leaders Conference will be delivered, is one of these cybernetic intelligence-amplifying methods for the future. The re-discovery of the European “Coping with Complexity”-Management Style in general and specifically the wide application of cybernetic approaches as the Syntegration will turn Europes challenge into Europes strengths. Whatever the visions of Europe 2030 might be, they will be realized only on this route: It’s a condition sine qua non!

Follow in Winston Churchill’s footsteps and shape Europe’s future!

70 years ago, in the aftermath of World War II, Winston Churchill laid out his ambitious vision for the continent of Europe to the academic youth at the University of Zurich, ending his historic speech with the words: “Let Europe Arise!”

Today, Europe and its inhabitants do not face the enormous effort of post-war rebuilding anymore. Still, our continent is confronted by many challenges, ranging from terrorism and the refugee crisis to high youth unemployment and cleaning up the debris of the 2008 debt crisis.

To discuss these pressing issues and on the occasion of the 70th anniversary of Winston Churchill’s speech, three student organizations at the University of Zurich (Erasmus Student Network, MUN Team University of Zurich, Young European Swiss) are hereby inviting students to the first European Future Leaders Conference, taking place from Friday 11th to Sunday 13th of November 2016 in Zurich, Switzerland.

We firmly believe that youth must play a vital role in deciding the fate of our continent. The European Future Leaders Conference provides a unique platform to do so and dares students to join 55 other bright young individuals from 36 European countries in an exchange of ideas and opinions. Through three days of intense debate, the workshop will give them space to discuss and formulate their vision of Europe!

The lead question for the conference will be: “What is the social, economic and political Europe we want to live in by 2030 and how will we create it?” The conference will tackle this seemingly huge question in a series of highly structured and professional sessions on the basis of a so called “syntegration” – a cybernetic workshop model developed and applied by the internationally renowned Malik Institut St. Gallen (see: http://www.syntegration.com). The experts of the Malik Institut St. Gallen will lead through the conference together with the organizing students of the University of Zurich

The outcome of our workshop will be a number of detailed postulates and demands by all participants, to be made public on Social Media and through an international media campaign later this year.

More information is available on www.churchill-in-zurich.ch.

Program

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Winston Churchill and Switzerland

From Monte Rosa to the triumphal procession in Zurich

On 19 September 1946, Winston Churchill delivered his famous speech «Let Europe Arise» at the University of Zurich. In this speech, he dealt with his idea of a united and peaceful Europe. But why did Churchill choose Switzerland as stage to talk about his political vision? And what was his connection to Switzerland? The book «Winston Churchill und die Schweiz», written by Werner Vogt, gives an answer to these questions.

9783038100867

As a young man, Winston Churchill learned to love and appreciate Switzerland. At that time, he climbed Monte Rosa, he admired the beauty of the Bernese and Valais Alps and he almost drowned in the lake of Geneva. As Minister of eight different ministries and as Prime Minister (1940-1945, 1951-1955), Switzerland was one topic in many Churchill had to deal with. Nevertheless, he had a profound understanding of the country’s situation as a neutral state in the middle of National Socialism and fascism. He appreciated his Swiss art teacher Charles Montag, the Swiss paint supplier Willy Sax and his Swiss cooks and servants. Thanks to Churchill, his perseverance and his Vision, England, Europe and Switzerland were saved in 1940. That is why his visit of Zurich in 1946 was a triumphal procession. In «Winston Churchill und die Schweiz», Werner Vogt combines historic expertise and workmanship with the instinct of a journalist and he refers to Swiss contemporary witnesses.

Excerpt (in German)

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